Sie dachten ich hätte schon im großen Stil gejammert? Dann passen Sie mal auf, was ich jetzt tue. Die letzte Nacht war die schlimmste Nacht der gesamten Schwangerschaft, soweit ich mich erinnern kann. Nach einem heißen Bad gestern Abend bekam ich ordentlich Wehen in zehn Minutenabständen. Solche, bei denen man das Gesicht schmerzhaft verzerrt und ein bisschen rum brummelt. Körperlich war ich so erschlagen, dass ich im Bademantel auf dem Sofa lag und nicht mal in der Lage war den Fernseher einzuschalten (geschweige denn irgendeine Form von Programm aufzunehmen).

Der Mann erbarmte sich meiner gegen 22:30 Uhr und ging mit mir ins Bett. Wissen Sie, alleine gehe ich nicht gerne ins Bett. Aber das Thema hatten wir ja schon mal. Wir alberten noch etwas herum, spielten dem Miezbaby diverse Songs vor, die wir gerne hören und testeten seine Reaktion, um einen möglichen späteren Musikgeschmack definieren zu können. Soviel ist schon mal klar: er mag Synthesizer und schrabbelige Gitarren (das hat er ausnahmsweise mal von mir!).

Gegen 23 Uhr nahm ich die von der Hebamme verordneten Buscopan-Tabletten und machte dann das Licht aus. Weiterhin mit regelmäßigen 6 bis 10 Minuten Wehen. Es ist wahnsinnig schwer zur Ruhe zu kommen, wenn man ständig auf die Uhr starrt oder versucht, nicht zu laut zu brummeln, wenn es mal wieder besonders stark zieht. Ich wartete also meine berühmt berüchtigte Schlafphase ab, mit der ja bekanntlich die Wehen augenblicklich verschwinden. Aber diesmal war es halt anders.

Ich schlief irgendwann ein und wachte im zehn, zwanzig und dreißig Minutenabständen wieder auf. Ganz unterschiedlich und jedesmal durch ein fieses und schmerzhaftes Ziehen im unteren Rücken und einen wahnsinnigen Druck nach unten. Ich ging insgesamt zehn Mal auf die Toilette, ließ vier Tröpfchen, atmete ein bisschen und ging wieder ins Bett.

Der Miezmann hatte noch im Spaß gesagt, ich könne ihn gegen 4:30 Uhr wecken, dann wären wir gegen 5 Uhr im Krankenhaus und könnten das Miezbaby bis 6 Uhr gepresst haben. Ja ja. Die Zeit wollte nicht vergehen. Die Wehen aber auch nicht. So wie es an mir zog und zerrte hatte ich zumindest die Hoffnung, dass da auch ein bisschen an meinen Muttermund gezogen und gezerrt wurde. Das Miezbaby ließ sich leider immer wieder gerne von einer neuen Wehe zum rum zappeln verleiten, was zeitweise sogar schmerzhafter war, als die Wehen. Es fühlt sich dann gerne mal so an, als würde es mit Schwung gegen die Wand (den Muttermund) treten. Meist so drei, viermal hintereinander. Und dabei liegt das Köpfen schon fest im Becken.

Aber die Hebammen im Krankenhaus sagten mir gestern schon, dass es erstaunlich wäre, wie fidel und lebhaft mein kleiner Mann doch noch wäre. Das wäre ein gutes Zeichen. Meist wären die nach der Geburt dann „entspannter“ (oder eben nicht).

Um 7 Uhr krochen wir dann völlig erschöpft und unausgeruht aus dem Bett. Mit jeder Wehe habe ich mich von der einen auf die andere Seite gewälzt. Demzufolge war diese Nacht auch für den Miezmann der reinste Wellengang, was er aber zum Glück mit Humor nahm.

Zumindest lässt sich schon mal vermelden, dass die Wehen noch da sind. Aktuell eher in größeren Abständen, aber zumindest sind sie überhaupt noch da. Dafür haben wir einen Totalausfall unseres Internet-, Kabel-, Telefonanbieters. Das heißt: kein Internet, kein Telefon, kein Fernsehen und kein Radio (letzteres nur über Hausantenne). Mir bleibt wohl oder übel nichts anderes übrig, als Hausarbeit zu verrichten oder zu schlafen.

Fünf Stunden später (jetzt!) haben wir wieder Fernsehen, Radio, Telefon und Internet. Der Miezmann hat sich einen halben Tag Urlaub genommen, den wir gemeinsam verbummeln, während draußen die Welt absäuft (wenigstens kein Pollenflug).

PS: Lese gerade all Ihre Kommentare beim gestrigen Eintrag. Habe ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich nicht früher via Handy getwitterpiept habe. Entschuldigung!