Heute waren der Quietschbeu und ich das erste Mal ganz alleine unterwegs. Hui, war das aufregend.

Da ich mich ja vergangene Woche auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus entlassen hatte, musste ich heute einen Frauenarzttermin wahrnehmen, um zu überprüfen, ob die Dammnarbe gut verheilt oder entzündet ist und wie es mit der Rückbildung der Gebärmutter aussieht. Wir erinnern uns, dass niemand genau wusste, wo der Entzündungsherd in meinem Körper zu finden ist, so dass beides als potentieller Übeltäter in Frage käme.

Wir zwei Hübschen brachen also rechtzeitig auf und, wie sollte es auch anders sein, der Quietschbeu pennte bei Berührung des MaxiCosis mit der EasyBase umgehend und sofort ein. Er liebt das Auto fahren und seinen MaxiCosi (das Anschnallen an sich hingegen gar nicht.).

Beim Arzt angekommen quietschten ihn erst mal die Sprechstundenhilfen an, was ihn aber nicht weiter beeindruckte oder seinen Schlaf stören konnte. Natürlich gab es trotz Termin eine gewisse Wartezeit. In weiser Voraussicht hatte ich deshalb vor unserer Abfahrt ein Fläschchen zubereitet und im Thermobehälter mitgenommen. Das sind ja so Mamadinge, die man erst lernen muss und ich war ganz unsagbar stolz, als der Quietschbeu um 11:20 Uhr, 40 Minuten vor seiner Zeit, sein Mittagessen einforderte, natürlich lautstark, und ich ihn sofort bedienen konnte.

Trotzdem und dennoch quietschte er später mit seinem schrillen Stimmchen die Ärztin an, als ihm meine Untersuchung zu lange dauerte. Während ich in meine Klamotten sprang versuchte meine Ärztin also den Quietschbeu zu beruhigen. Das wilde Schaukeln des MaxiCosis fand der aber so doof, dass er sich regelrecht überschlug. „Schreit er häufiger so?“, fragte meine Ärztin mit leicht verzweifeltem Blick, als ich aus der Umkleidekabine gesprungen kam und ich nickte und sagte, dass er sich aber ratz fatz beruhigen lässt. Zweimal Wange streicheln, die Händchen halten und leise mit ihm reden und zack, schmatz der Quietschbeu wieder entspannt. Ich glaube ja, die meisten Menschen sind einfach viel zu hektisch bzw. lassen sich von seiner schrillen Stimme einfach zu sehr aus der Fassung bringen. Das merkt das Männlein und regt sich gleich noch mehr auf.

Um jedenfalls mal zur Untersuchung zurück zu kommen. Meine Dammnaht ist leicht eingerissen, was aber nicht dramatisch ist. Es brennt und ziept halt ein bisschen. Schlimmer ist, dass immer noch deutliche Plazentareste in der Gebärmutter zu erkennen sind. Folglich erhalte ich erneut eine Spritze mit Wehen förderndem Mittel. Wie schon vor der Geburt, während der Geburt und auch nach der Geburt. Heute, fast zwei Wochen nach der Geburt des Quietschbeus, habe ich also erneut Nachwehen. Stellen Sie sich meine Begeisterung vor!

Dafür haben wir unseren ersten gemeinsamen Auswärtstermin mit Bravur gemeistert.