Meine Verzweiflung war groß. Sobald ich den Quietschbeu in seinen super duper teuren Kinderwagen legte, fing er an zu schreien, als ginge es um sein Leben. Auch einige Meter Geruckel und Geschuckel besänftigten ihn nicht, obwohl er das sonst sehr mag.

„Oh bitte, lass diese Anschaffung nicht umsonst gewesen sein. Dafür war sie zu teuer“, denk ich mir da so und will schon wieder umdrehen und nach Hause gehen, als der Quietschbeu mit seinen Händchen seine Mütze zu greifen bekommt, sie schwubdiwub abzieht und von einer Sekunde auf die nächste ein zufrieden schmatzendes Baby ist.

Ich mache noch drei Mal die Gegenprobe (Mütze auf = Schreierei, Mütze ab = friedliches Geschmatze) und muss erkennen: mein Sohn verabscheut nicht seinen Kinderwagen, sondern jegliche Form von Mützen. Egal welchen Materials, zum Binden oder nicht. Mütze ist scheiße!

Folglich drapiere ich ihm also ein Spucktuch zum schicken Turban, damit er keinen Zug am Kopf bekommt, und traure ein wenig um die hübsche Mützensammlung, die wir angehäuft haben. Dann machen wir einen einstündigen Spaziergang, von dem der Quietschbeu die erste Hälfte verschläft und die zweite durch sein Sonnendach in den Himmel glotzt.

Wir fühlen uns wohl (und dennoch fragt sich mein Mutterherz den ganzen Spaziergang über, ob es wohl unverantwortlich ist, ein knapp 3 Wochen altes Baby eine Stunde ohne Mütze durch die Gegend zu schieben. Ich habe mich mit mir selber auf ein Nein geeinigt.)!