Schlafen. Ist ja auch so ein gern gewähltes Mütterthema. „Schläft er schon durch?“ hat mich tatsächlich noch niemand gefragt. Aber wie er denn so wäre, in der Nacht, das schon. Und ich antworte, dass er sehr fair sei.

Wir gehen gemeinsam ins Bett, er schläft in meinem Arm oder auf meinem Bauch ein und grummelt zwischen 3 und 4 Uhr nach seiner Flasche. Gemeinsam gehen wir dann rüber in sein Zimmer, wo ich ihn im Dämmerlicht auf den Wickeltisch lege, den Heizlüfter anmache und ein Fläschchen in den Wärmer stelle.

Dann füttere ich ihn in meinem Poang, lasse ihn ein Bäuerchen machen und gehe anschließend wieder gemeinsam mit ihm ins Bett. Wach wird er dabei nicht wirklich und so ist das erneute Einschlafen auch kein Problem.

Das nächste Mal wird er dann zwischen 6 und 7 Uhr wach. Fair also, wie ich schon meinte.

Nun ist das eigentlich Problem, wie schon erwähnt, dass er nur in meinem Arm oder auf meinem Bauch ein- und durchschläft. Sobald ich ihn schlafend auf den Rücken zwischen uns (oder gar in seine Wiege neben meinem Bett) lege, wird er wach und schreit völlig hysterisch los. Ihn wach hinzulegen ist noch dramatischer.

Resultat nach sechs Wochen Baby-im-Arm-Schlaf ist also, dass ich mir irgendeinen Nerv im Rücken eingeklemmt habe, so dass ich teilweise kaum aufstehen, geschweige denn den Quietschbeu hochheben kann. Machen muss ich das natürlich trotzdem, was mir schon das ein oder andere Mal schlimme Schmerzenstränen in die Augen trieb.

Ich fasste also den Entschluss, dass der Quietschbeu zumindest abends in seine Wiege muss. Auch schon so ab 20 Uhr, damit der Miezmann und ich ein, zwei Stündchen für uns haben. Weil, weglegen ist ja nicht. Der Quietschbeu fordert 24/7 Körperkontakt!

Folglich präparierte ich gestern Nachmittag schon mal seine Wiege. Das Stillkissen habe ich zu einem Nest geformt, um so ein bisschen meinen Arm zu simulieren. Dann habe ich ein von mir getragenes T-Shirt untergelegt und einen Spritzer von meinem Parfüm für jeden Tag drauf gemacht. Die Spieluhr hab ich an die Wiege gehangen und der Miezmann hat später noch ein Handtuch unter die Kufen der Wiege drapiert, eben damit sie nicht mehr wiegt und den Quietschbeu nicht weckt, wenn er im Schlaf zappelt.

Gegen 20 Uhr ging es dann los. Ich verabschiedete mich vom Miezmann, ging mit dem Kleinen hoch und begann unser neues Ritual:

Bei Dämmerlich und Heizlüfter im Kinderzimmer den Quietschbeu wickeln und in seinen Schlafanzug stecken. Danach gibt’s eine leckere Flasche Fenchel-Kümmerl-Anis-Milch, ein Bäucherchen und ein paar Minuten Kuscheln. Dann habe ich ihn in seinen Schlafsack gesteckt, bin mit ihm in unser Schlafzimmer, wo nur der Barbapapa leuchtete und bin da noch eine Weile mit ihm auf uns ab gegangen, während Brahms Lullaby dudelte (der Herr Brahms sollte mir nach meinem Tod nicht auf einer Wolke begegnen!).

Gegen 20:45 Uhr hab ich ihn dann in seine Wiege gelegt. Pling. Augen auf. Gebrüll. Ich bleibe ruhig, setze mich neben ihn und halte seine Händchen. Dabei singe ich immer und immer wieder die zwei Strophen La Le Lu, die ich noch beherrsche, gegen sein Gebrüll. Es dauerte gefühlte Stunden, bis er nur noch wimmert. In Wahrheit war es etwa eine Viertelstunde. Ich bleibe weitere 15 Minuten bei ihm, stecke den Schnuller immer mal wieder in seinen Mund, noch bevor er anfangen kann zu jammern, und streichle seine Wange. Dann verlasse ich um 21:30 Uhr todesmutig das Schlafzimmer auf Zehenspitzen.

In den kommenden 30 Minuten muss ich noch zwei Mal hoch, um den Schnuller wieder rein zu stecken. Ansonsten herrscht Ruhe, aber ich traue dem Braten nicht und sitze den Rest des Abends sprungbereit auf einer Arschbacke und warte, dass mein Baby brüllt. Nix passiert.

Um Mitternacht gingen wir dann auch ins Bett. Ich nahm den Quietschbeu vorsichtig aus seiner Wiege, fütterte ihn in meinem Bett und legte ihn anschließend wieder in seine Wiege, wo er sofort selig weiter schlummerte. Ab 2:30 Uhr brummelte er immer mal wieder und ich hielt immer mal wieder Händchen oder suchte im Dunkeln den Schnuller.

Gegen 3:30 Uhr gab‘s dann ein weiteres Fläschchen in seinem Zimmer. Allerdings ließ er sich hiernach nicht wieder in seine Wiege legen, ohne laut zu protestieren. Um des lieben Friedens und meines Schlafes Willen nahm ich ihn dann wieder mit in mein Bett, wo er den Rest der Nacht in meinem Arm kuscheln durfte.

Ich finde, das war schon mehr, als ich überhaupt erwarten durfte. Und dass er ab 4 Uhr wieder bei mir schlief, hat mich auch nicht gestört. Die drei Stunden zuvor waren schon der pure Luxus! Mal ganz zu schweigen von den knapp 3 Babyfreien Stunden am Abend. Das üben wir jetzt Abend für Abend und vielleicht schaffen wir es ja dann auch, dass der Kleine lernt alleine einzuschlafen bzw. von alleine wieder in den Schlaf zu finden, wenn er zwischendurch aufwacht.

Ich bin jedenfalls sehr stolz auf meinen Quietschbeu. Und auf mich.