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Nun stehen in näherer Zeit einige Geburten an. Virtuell wie auch im realen Umfeld. Und ich bin mal wieder auf der Suche nach dem perfekten Geburtsgeschenk. Eigentlich würde ich sehr gerne etwas selber machen. Eine Idee habe ich auch bereits. Allerdings quält mich schon seit Tagen, nämlich immer dann, wenn ich die Rohmaterialien für mein „Geschenk“ in den Händen halte, die Frage, ob die potentiellen Beschenken überhaupt so was Selbstgemachtes haben wollen. Es gibt ja ganz klar Menschen, die so alternatives Handmade-Zeug einfach nicht mögen. Ohne Wertung.
Und so schlage ich mich also seit Tagen mit der Frage herum: fängst Du an? Lässt Du es sein? Kaufst Du doch was? Ist das überhaupt gewollt? Liegt‘s dann nur im Weg?
Das ist so ein klassisches Selbstbewusstseinsding, denke ich. Also mein Selbstbewusstsein ist da nicht das selbstbewussteste.
Langsam rennt mir aber ernsthaft die Zeit weg. Arg.
Heute war ich das allererste Mal seit Geburt unseres kleinen Quietschbeus ganz alleine unterwegs. Drei Stunden Frisörbesuch, in denen Papa Miez das Baby hütete. Das hatte sich zur Feier des Tages vormittags als Bilderbuchbaby gezeigt, woraufhin ich den Miezmann im guten Glauben zurück ließ, dass wenn das Baby aufwachen würde, er einen fröhlich glucksenden Kullerkeks in seinem Bettchen auffinden würde.
Als ich nach Hause kam wurde ich mit den Worten empfangen: „Von wegen gut gelaunt!“ Der Quietschbeu lag schlafend in seinem Laufstall und der Miezmann sah latent gestresst aus. (So ein bisschen war ich ja froh, dass das Baby anscheinend schon einen Unterschied darin sieht, ob die Mama da ist oder nicht. Ich bin nämlich die drei Stunden absolute nervös und unruhig gewesen, so ganz ohne Baby!)
Morgen geht der kleine Quietschbeu dann auf große Reise. Wir besuchen Oma und Opa an der holländischen Grenze, feiern einen runden Miezmanntantengeburtstag und nehmen auf dem Rückweg die Miezmanntochter mit, welche dann die letzte Ferienwoche bei uns verweilen wird.
Der perfekten Grund also, sich noch mal an den Quietschbeureisematchsack zu wagen. Und, was soll ich sagen … er ist einfach nur ganz ganz ganz toll geworden. Unter Berücksichtigung aller begangen Fehler beim ersten Versuch wurde das Teil einfach echt mal vorzeigbar. Noch dazu hat dieses Exemplar sogar einen extra mit Vlies verstärkten Boden, damit empfindliche Gegenstände beim Absetzen des Sacks gepolstert sind (für sowas braucht man z.B. einen Boden). Auch lässt sich der Sack wunderbarst von beiden Seiten verwenden. Keinerlei hässliche Nähte zu sehen. Ich bin wirklich sehr stolz (merkt man gar nicht, ich weiß *chichihihi*).
Und weil heute meine erste Großbestellung an wunderbaren Stoffen ankam (Blumen, Streifen, Trallalala), kann ich kommende Woche Säcke und Zeug nähen, bis die Maschine glüht. Ich freu mich.
Gestern nähte ich aus meinen zwei vorhandenen IKEA Stoffen (einmal weiß mit bunten Punkten und einmal dunkles Petrol) einen Matchsack. Wir haben so einen kleinen Matchsack aus Jersey, den ich mal Secondhand zusammen mit einem Shirt und Schühchen aus demselben Stoff erstand und in dem ich immer die wichtigsten Baby-Utensilien mit mir führe. Eine Stoffwindel, 2 Windeln, kleines Päckchen Feuchttücher, 2 parfümierte Müllbeutel, ein Lätzchen, einen Ersatzschnuller und wenn nötig heißes Wasser, eine Portion Milchpulver und eine Nuckelflasche mit Fencheltee. Den Matchsack transportiere ich dann in meiner So.Oder.So oder bei größeren Touren auch in einem Körbchen und spare mir so die Wickeltasche. Er hat also die perfekte Größe, nicht zu groß und nicht zu kleine, ist aber eben nicht außergewöhnlich hübsch. Also wollte ich einen neuen Matchsack nähen.
Der Matchsack gelang mir wirklich gut und ich war stolz wie Oskar, dass ich das mit dem Nähen so schnell wieder auf der Kette hatte. Schnitt super, Nähte toll, alles schön. Ich war wirklich zufrieden.
Dann hatte ich die wahnwitzige Idee, direkt einen Wendesack daraus machen zu können. Folglich nähte ich heute die andere Seite des Matchsacks, diesmal umgekehrt. Der Boden aus dem gepunkteten Stoff und die Wände aus dem petrolfarbenen Stoff. Dieser Sack gelang mir noch besser, als der schon gelungene Sack von gestern (ich muss mich hier einfach überschwänglich loben. Ich war echt stolz!). Dann nähte ich beide Säcke zusammen und ließ einen Tunnel für eine Korden stehen, damit der Matchsack danach auch artgerecht verschlossen werden könnte.
Was soll ich sagen: der Tunnelzug war zu eng. Ich bin fast wahnsinnig geworden, als die Sicherheitsnadel erst gar nicht in den Tunnel wollte und nach viel Fummelei dann stecken blieb. Schließlich ging sie sogar auf und verhakte sich so unglücklich, dass ich in die Atomangriffsicheren Nähte mit viel Gewalt ein ein Zentimeter langes Loch bohren musste, um die Nadel wieder herauszufischen.
Ich versuchte es anschließend mit einem Essstäbchen, Einem Bleistift und einer Stopfnadel. Alles ohne Erfolg. Schließlich schnitt ich den Tunnelzug einfach ab, vernähte den Sack erneut und zog erst die Kordel ein, bevor ich den Tunnelzug final abnähte. Beim Vernähen des Tunnels nähte ich dann sehr professionell die Kordel fest. Und genau an diesem Punkt hatte ich die Schnauze nur noch voll!
Der Prototyp ist also ein astreines Versuchsobjekt gewesen, an dem und durch das ich eine Menge gelernt habe. Ich weiß nun, wie ich was beim nächsten Sack anders machen muss, damit er wirklich perfekt wird. Und ich habe den festen Willen noch einen und danach ganz viele Säcke zu nähen. Gestern habe ich nämlich eine Großbestellung an gemusterten und unifarbenen Baumwollstoffen aufgegeben und gleich werde ich noch eine Sanetta-Jersey-Interlock-Bestellung hinterher schicken. Jawoll!
Und weil ich so viel Zeit und Liebe in den verkackten Matchsack (quasi ein Matschsack) gesteckt habe, will ich Ihnen wenigsten zeigen, was übrig blieb …
Der Sack ist – wenn Unfallfrei vernäht – ca. 30 Zentimeter hoch und hat einen runden Boden von 25cm Durchmesser. Geschlossen wird er mit einer Kordel im Tunnelzug. Auf Grund seiner geringen Größe hat er keinen extra Tragegriff (man kann ihn ganz gut an der Kordel tragen. Bei einem gelungenen Sack wäre es natürlich keine Paketkordel!). Eventuell werde ich aber noch einen dran nähen.
Und man kann ihn von beiden Seiten gleichermaßen nutzen. Das war ja der ganze Kniff an der Sache
Einen Schlafsack und zwei Hosen nach Bildanleitung (die echt gut geworden sind, aber leider dem Quietschbeu nur noch gerade so passen) später ist dann auch das Monster endlich fertig, das ich für den Miezmann genäht habe. Es soll so ein richtiges Wutmonster sein, dass man würgen kann und vielleicht mal seinem Chef hinterher wirft (am besten, wenn der das Büro verlassen und die Tür hinter sich geschlossen hat!). Macht nämlich keinen Krach und wehrt sich auch nicht, das Monster.

Nachdem meine nicht mehr passenden Jersey-Shirts für die Quietschbeuhosen draufgegangen sind, muss ich mich nun wirklich an Stoffkaufen bzw. –bestellen machen. Hat noch jemand Tipps bezüglich gute Stoff-Online-Shops?
Als nächstes kommt eine Wutkatz für den Quietschbeu dran. Oder ein Wikinger, oder sowas. Mal sehen. Klamöttchen erst wieder, wenn ich vernünftigen Stoff habe.
Ich hätte weniger schweren Frotteestoff nehmen sollen. Und die Innennähte hatte ich gründlicher bügeln können. Aber so im Groben und Ganzen gefällt mir mein erstes Nähergebnis nach 10 Jahren Nähabstinenz ganz gut. Sicher … ich habe insgesamt 5 Nähmaschinennadeln und einen Nähfuß gehimmelt. Ausgerechnet den für die Blindstichnähte, weshalb ich Vorder- und Rückseite dann auf links zusammen nähen musste (was ich weniger schön finde, als Blindstichnähte). Allerdings habe ich mir so die Einfassung gespart. Der Reißverschluss ist dafür aber wirklich gut eingenäht!
Ein bisschen krumm ist der Sack geworfen, was aber mehr an den Nähten, als am Schnitt lag. Die Brusttasche habe ich zweimal machen müssen. Die erste war völlig schief und der Miezmann lachte beim Anblick Tränen (der Arsch!). Aber mit jeder Naht wurde ich besser, wurden die Nähte gleich- und regelmäßiger …
Jetzt fehlen nur noch die Druckknöpfte für die Träger (ich finde den Hammer im Moment nicht) und dann ist das gute Ding Tragebereit. Ob ich dem Quietschbeu wirklich darin betten werde, weiß ich noch nicht. Wie gesagt ist der Sack durch den verwendeten Frotteestoff meines Erachtens sehr schwer geworden. Aber noch ist der Sack eh ein Stück zu groß.

Na ja, wenn ich mir das Foto jetzt so angucke … sieht schon noch ordentlich stümperhaft aus.
Als nächstes werde ich jedenfalls irgendein Stofftier oder sowas zusammenschneidern. Danke an Schlimpi, für die Anregung
Wer leichte Schnittmuster zum Üben hat (egal was, solang es keine Klorollenmützchen sind): immer her damit!
*extra lustige Überschrift um angestaubtes Muttiimage aufzumotzen.
Ich habe zuletzt vor zehn Jahren genäht. Damals auf einer uralten Privileg Nähmaschine aus Gusseisen, die so schwer war, dass man sie nur zu zweit bewegen konnte. So eine von der Sorte, die noch richtig Krach gemacht hat und mit der man nicht nach 20 Uhr und schon gar nicht neben dem Kinderzimmer nähen konnte. Irgendwann verreckte der Motor und auf Grund des hohen Alters der Maschine, machte eine Reparatur keinen Sinn.
Das letzte Projekt, das diese Maschine erlebte, war ein barockeres Hochzeitskleid, das meine Mutter und ich aus schwarzem Satin nähten. Ich trug es an Karneval als Vampirbraut.
Eigentlich hatten wir – meine Mutter und ich – damals vor, uns eine neue Maschine zu kaufen. Warum wir es letztendlich nicht taten weiß ich gar nicht mehr. Irgendwann zog ich ja auch aus und die Nähmaschine, die nach mir einzog, lernte ich persönlich nie kennen. Meine Mutter erzählt nur immer wieder, dass sie an unser altes Schätzchen nicht heran käme.
Und mit der Möglichkeit ging über die Jahre auch das Interesse am Nähen verloren. Als ich dann mit dem Quietschbeu schwanger war, erwachte dieser Drang Nähen zu wollen wieder. Überall im Mama-Blogs-Universum nähte und strickte es. Der Quietschbeu bekam wirklich wunderbare selbstgenähte und gestrickte Geschenke zur Geburt … und ich war immer die, die nix handwerkliches kann. Ich war der felsenfesten Überzeugung, dass man das Nähen verlernen kann und war mir sicher, vor einer Nähmaschine sitzend wäre ich auf ewig verloren!
Irgendwann jammerte ich am Telefon meiner Schwiegermutter mein Leid vor. Bei unserem nächsten Besuch schleppte sie während der Verabschiedung dann einen großen beigen Kasten herbei und stellte ihn wortlos in den Kofferraum. Auf meinen fragenden Blick und die großen Augen antwortete sie, dass das die Maschine meiner Schwägerin sei. Die hätte jetzt seit 5 Jahren unberührt in der Ecke gestanden und wenn ich denn wolle, könne ich sie erst mal haben. Ich war erst mal baff!
Erst recht, als ich dann sah, dass es noch dazu eine wirklich gute PFAFF-Maschine ist.
Bisher scheiterten alle in meinem Kopf zurechtgelegten und geschnittenen Projekte daran, dass mir noch die übliche Grundausstattung fehlte. Schere, Nadeln, Garn, Kreide … all das habe ich vergangenen Woche besorgt. Gestern dann bin ich den letzten Schritt gegangen und habe bei IKEA zwei Stoffe gekauft, mit denen man halt irgendwas Hübsches nähen kann.
Und dann saß ich gestern Nachmittag also mit dem Stoff und Pipapo bewaffnet vor der Maschine und wusste nicht, was ich damit jetzt anfangen soll.
Ich habe dann ewig im Internet rumgeklickt, nach Anregungen respektive Schnittmuster gesucht. Fündig wurde ich nicht. Als ich schon völlig entnervt alles wieder ins Arbeitszimmer räumen wollte, stolperte ich über den alten Schlafsack meines Neffen, den mir meine Schwester mit den Worten in die Hand gedrückt hatte, dass sie den von einer Freundin jetzt wiederbekommen hätte, weil die es wohl schön fand, wenn er in der Familie bleiben würde. Das Ding ist ziemlich abgenutzt und immerhin schon 11 Jahre alt. Aber wegwerfen konnten wir es beide nicht.
Und so hatte ich dann plötzlich ein Projekt. Einen alten Schlafsack in genau der Größe, die der Quietschbeu bald brauchen wird, zwei schöne Stoffe und eine Nähmaschine. Den Rest des Abends verbrachte ich mit ausmessen, zuschneiden und planen, was ich wie machen wollte. Die ersten Nähte haben gestern auch bereits Brust-/Rücken- und Sackteil miteinander verbunden. Heute werde ich dann alles besorgen, was noch so fehlt. Einen Reißverschluss, eventuell Schrägband, Druckknöpfe, vielleicht ein paar nette Knöpfe, wenn ich welch finde …
Ich war gestern Abend jedenfalls sehr erstaunt über die Tatsachen
- wie leise so eine moderne Nähmaschine näht (ich nähte im Wohnzimmer während der Mann fernsah.)
- wie leicht mir immer noch das Erstellen eines eigenen Schnittmusters fällt.
- wie schnell man sich auf einer neuen Maschine und nach zehn Jahren Abstinenz wieder zurecht finden kann.
Wenn ich das Projekt Schlafsack beendet habe, werde ich Ihnen diesen sicher gerne hier präsentieren. Und dann geh ich auf Jagd nach neuen Ideen und Näh-Projekten. Vorschläge und Tipps sind willkommen
(Nähende Hausfrau und Mutter mit Putzfimmel … mein Klischee-Portfolio erweitert sich beinahe täglich.)













Plappereien