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Ich bin wieder zu Hause. Weiterhin als Miezbabyhöhle und nicht als Miezbabymama.
Was in den letzten zwei Tagen geschah:
Freitagmorgen rief ich im Krankenhaus an, wann ich zum CTG kommen könnte. Das war so geplant, weil meine Ärztin im Urlaub ist. Nach einem „am besten sofort“ war ich gegen neun Uhr als im Kreißsaal und wurde ans CTG angeschlossen. Der Hebamme fielen sofort meine blutig gekratzten Hände auf und auch der Bauch war ordentlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Die vorangegangene Nacht war einfach der Horror. Sie fragte noch, seit wann ich diesen Juckreiz hätte und ob er am ganzen Körper gleich stark sei, was ich bejahte. Dann war sie erst mal verschwunden.
Zehn Minuten später kam dann eine Ärztin zu mir, begutachtete ebenfalls meine Hände, Füße, Beine und schaute dann sehr kritisch drein. Ihr wisst schon. So ein Blick, der echt besorgniserregend ist, aber eigentlich noch gar nichts aussagt.
„Ich möchte Sie gerne stationär aufnehmen.“ Bumm. Aha. Okay. Ja. Wieso???
Der Juckreiz und Ausschlag deuten auf schlechte Leberwerte hin. Das heißt, dass die Leber nicht mehr in der Lage ist, alle Giftstoffe zu filtern und abzubauen und diese daher vom Körper versucht werden, über die Haut auszuscheiden. Erst mal ist das nur unangenehm, kann aber durchaus auch das Baby schädigen, wenn zum Beispiel auch die Plazenta nicht mehr in der Lage ist, die Giftstoffe vom Kind fernzuhalten. Wieso oder warum die Leber ihre Arbeit reduziert weiß man nicht so genau. Dieses Phänomen kommt wohl aber öfters bei Schwangeren kurz vor der Geburt vor und endet im schlimmsten Fall mit einem Plazentainfarkt.
Nein, das ist nichts, was eine Schwangere zwei Tage vor ET hören will!!!
Ich ließ also eine Menge Blut, ging dreimal am Tag zum CTG (jedesmal mit hübschen Wehen und wunderschönen Herztönen) und schmierte mir in 24 Stunden zwei Tuben Fenistil (das einzige, was wirklich sofort gegen den Juckreiz hilft) auf den Körper. Dennoch bildeten sich natürlich bei jeder Berührung der Haut neue Pusteln, die mir die Ärztin als Wassereinlagerungen direkt unter der Haut erklärte. Die gespannte Haut juckt dann halt. Und dass ich ein echtes „Problem“ mit Wassereinlagerungen habe, zeigte die Tatsache, dass ich in knapp 10 Tagen fünf Kilo zugenommen habe. Wohlgemerkt waren das zehn Tage, in denen ich mich nahezu zum Essen zwingen musste, weil ich kaum noch Hunger habe, mir ständig übel und schwindelig ist. Auch nicht gerade beruhigend.
Bei der gestrigen Visite meinte die Ärztin dann, dass die Leberwerte besser geworden seien (ich habe mehrere Infusionen und viel viel viel zu trinken bekommen.). Die CTGs wären okay, das Baby wäre wunderbar und wir würden dann jetzt bis Montag waren, um dann möglicherweise einzuleiten.
Ich fragte daraufhin, ob eine Einleitung denn wirklich nötig sei, wenn es dem kleinen Mann doch so gut ginge (auch die Plazenta ist riesen groß und noch topfit!). Und überhaupt. Kratzen Eincremen könnte ich mich doch auch zu Hause.
Wenn ich versprechen würde Montagmorgen zum CTG zu gehen, ja, dann könnte ich auch nach Hause fahren.
Zwei Minuten später war der Miezmann da, um mich abzuholen und weitere zwei Minuten später stand ich mit Sack und Pack vor dem Schwesternzimmer, um mir den Infusionszugang ziehen zu lassen. (30 Minuten später war ich endlich stolze Besitzerin des neuen Depeche Mode Albums!)
Seither liege ich auf dem Sofa oder im Bett und schlafe ständig. Mein Kreislauf ist im Urlaub, das Jucken fast unerträglich und mein Gemütszustand ist ziemlich angeschlagen. Wenn ich aufwache muss ich immer zuerst weinen. Weil ich mein Baby will, weil mein Körper nicht mehr mag, weil die Wassereinlagerungen schmerzen, die Haut spannt und brennt, mein Kopf Angst hat von den ganzen Wehwehchen so ausgelaugt zu sein, dass die Kraft für eine Geburt nicht mehr reicht (und dann kommt noch einer um die Ecke und meint, ich solle bloß aufpassen, dass ich mein Kind nicht am 20.04. bekommen würde!).
Sie sehen, ich bin gerade nicht sehr unterhaltsam. Aber ich wollte Ihnen trotzdem den Stand der Dinge mitteilen. Danke für alle guten Wünsche via Twitter und Co. Ich werde jetzt mal einen Blick in meinen E-Mail-Posteingang werfen und bis zur nächsten Wortmeldung einen schönen Restsonntag wünschen.
Diesmal beinahe die ganze Nacht wach gelegen und in den Morgenstunden dann überlegt, ob ich Euch berichten soll, wieso meine vergangenen Nacht so furchtbar war. Es ist ja doch etwas eher Intimes. Und ja, ich denke, wenn nicht in diesem Blog, wo soll ich sonst darüber erzählen.
Der Miezmann leidet seit längerem (wir zählen inzwischen über fünfzehn Monate) an Durchschlafstörungen. Konkret heißt das, dass er zwar schnell ein- und dann auch erst mal relativ ruhig schläft, dass er aber spätestens um 4 Uhr wach ist und dann nicht mehr einschlafen kann. In den vergangenen Monaten haben wir jegliche Ursachen versucht auszuschließen.
Wir schliefen im absolut Dunklen, mit geschlossenem und geöffneten Fenstern, im geheizten und ungeheizten Schlafzimmer, mit Daunendecken, mit Allergikerdecken. Wir kauften für jeden eine neue individuell angepasste Matratze, es gab neue Kopfkissen (flache, dicke, Daune, Kunststoff).
Wir stellten unsere Ernährung um, versuchten es abends mit und ohne Alkohol, mit und ohne Homöopathie, mit und ohne Chemie.
Wir stellten das komplette Schlafzimmer um, tauschten die Bettseiten, verdeckten die Uhrzeitanzeige am Wecker und schliefen sogar auswärts. Der Erfolg blieb immer derselbe, nämlich gänzlich aus.
Inzwischen war dann nicht nur der Miezmann verzweifelt, sondern auch ich. Zwar schlafe ich seit geraumer Zeit auch nicht mehr durch und wache sofort auf, wenn er wach wird, aber mir macht das physisch und psychisch nichts aus. Ich hab noch nie unter Schlafmangel gelitten. Also jetzt wörtlich gemeint. Schlafmangel spüre ich auch, aber er macht mir nichts aus. Ich fühle mich dann nicht schlecht. Dennoch nimmt mich seine Situation natürlich arg mit.
In Hinsicht auf die bevorstehende Zeit und den immer wieder gern erhaltenen Ratschlag doch noch mal richtig auszuschlafen, überlegte ich also fieberhaft, was wir noch nicht ausprobiert haben. Und so schlug ich dem Miezmann vor, dass ich eine Nacht im Gästezimmer schlafen würde, um mal zu sehen, ob es möglicherweise an mir liegt, dass er nicht durchschlafen kann. Er willigte eher zögerlich ein. Wahrscheinlich hat er sich auch gefragt, zu was wohl die mögliche Erkenntnis führen würde, dass genau ich der Grund sein könnte.
Jedenfalls ging er dann gestern Abend allein hoch, ich klemmte mir mein Stillkissen und meine Barbapapa-Nachtlampe unter den Arm und verschwand im Gästezimmer.
Kaum lag ich im Bett und hatte das Licht gelöscht musste ich weinen, wie seit Jahren nicht mehr. Ich heulte wortwörtlich Rotz und Wasser. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so ein Gefühl hatte. Eine Mischung aus verlassen Sein, verlassen Werden, Sehnsucht, Angst und Panik. Was, ja was, wenn wir jetzt herausfinden, dass ich der Grund für seine Schlafstörungen bin?
Vielleicht schmunzelt nun der ein oder andere von Ihnen. Auch wir haben Paare im Freundeskreis, die auf getrennte Schlafzimmer schwören. Ich nicht. Wir nicht. Wir haben geheiratet, weil wir zusammen sein wollen. Die schönsten Gespräche haben wir abends vor dem Schlafen gehen im Bett. Wir kuscheln gern und viel und haben nachts oft das Bedürfnis kurz den anderen anzufassen, nur um zu wissen, dass er noch da ist. Die schönsten Augenblicke sind die, in denen der Miezmann mich unbeabsichtigt weckt, weil er eher grobmotorisch und im Halbschlaf durch mein Haar oder über meinen Arm streichelt.
Meine Gefühlslage heute Nacht war so verzweifelt, dass ich dem Miezbaby immer wieder versuchte zu erklären, dass es sich keine Sorgen machen braucht. Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen solche Emotionen mit dem kleinen Kerlchen im Bauch zu durchleben. Dennoch ging ich nicht hoch und hielt die Nacht durch.
Als sich heute Morgen die Türklinke zum Gästezimmer senkte stand ich augenblicklich senkrecht im Bett. Schneller eingeschlafen sei er. Und ein bisschen ruhiger geschlafen hätte er auch. Aber auch nur bis vier Uhr. Dann habe er wach gelegen und hätte nicht mehr einschlafen können. Außerdem habe ich gefehlt. Das fühle sich total doof an, wenn ich nicht da sei. Das wolle er nicht mehr.
Und ich weine wieder und sage, dass das die schlimmste Nacht seit Jahren war und dass ich nie wieder ohne ihn schlafen will (also getrennt in einer Wohnung) und dass ich ihn vermisst habe und dass ich ihn liebe und … er nimmt mich fest in den Arm und sagt, wie trinken jetzt erst mal einen schönen KaffeeTschoko und dann ist wieder alles gut.
Eine ganz schlimme Nacht. Aber zum Schluss hat sie uns zumindest die Erkenntnis gebracht, dass auch ich nicht die Ursache für seine Durchschlafstörung bin. Immerhin etwas.
(Der Miezmann ist im Übrigen bereits in einer renommierte Schlafklinik in Behandlung, allerdings haben wir die Behandlung/Beobachtung wegen der bevorstehenden Geburt des Miezbabys vorübergehend unterbrochen.)
Heute Nacht wurde ich gleich ein paar Mal geweckt, weil es in meinem Bauch wild rumpelte. Ich finde das nicht schlimm, da ich grundsätzlich schnell wieder in den Schlaf finde und mich bei solchen Aufwachern der Blick zum Wecker – ah, noch vier Stunden schlafen! – eher befriedigt, als nervös macht.
Aber heute Nacht war das irgendwie anders. Nicht dass ich schlecht gelaunt war. Viel eher war ich jedes Mal aufs Neue mit soviel Stolz erfüllt, wenn das Miezbaby ruckelte und zuckelte, dass ich erstmal eine viertel Stunde wach lag, meinen Bauch krabbelte und dem kleinen Quälgeist die liebevollsten Gedanken schickte, die man sich vorstellen kann.
Überhaupt hat sich plötzlich dieses Gefühl eingestellt. Ganz viel Stolz und Liebe und Sehnsucht. Ich kann es kaum erwarten, das Miezbaby im Arm zu halten. Schon jetzt würde ich es gegen Jeden und Alles mit all meiner Kraft verteidigen. Mit jedem Tritt, jedem Purzelbaum und jedem Kitzeln wird der Kleine realer und meine Liebe für das ungeborene Wesen größer.
Ganz besonders stark ist das Gefühl, wenn der Miezmann meinem dicken Bauch erklärt, dass er ihn bald in den Armen halten wird und wie sehr er sich darauf freut. Dann ist ganz dolle Knieperalarm angesagt und ich fühle mich als richtige, echte Mama.
Heute ist offiziell Halbzeit, wenn ich mich nicht irre. 20 Wochen und einen Tag schwanger. Hurra. Und es ist überraschend wie viel sich in den letzten Tagen/Wochen bei mir geändert hat. Also Kopftechnisch.
Da war diese Phase, in der ich minütlich zwischen Panik (echte, mit Schweiß-, Angst- und Heulattacken) und absoluter Glückseligkeit (Jubeln, Hüpfen, Schreien, Lachen) schwankte. Das war bisher das Schlimmste. Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Albträume … alles nichts, gegen diese Phase, in der mich ganz besonders Verlustängste quälten und ich das Gefühl hatte, ich sei einfach nur dick und hässlich. Erstaunlich, was Hormone mit einem anstellen können. Erstaunlich auch, wie geduldig der Miezmann sein kann, die gute Seele.
Inzwischen bin ich bei glücklich, zufrieden und voller Vorfreude angekommen. Ich bin ausgeglichen und stolz auf Bauch und Hintern (echt wahr).
Der Raumfahrer (alias Das Miezbaby) reagiert inzwischen auf bestimmte Geräusche und Situationen. Besonders wenn wir Auto fahren ist er sehr aktiv. Fragt sich nur, ob sein Gehopse Zustimmung oder Ablehnung bedeutet. In rund 20 Wochen werden wir es wissen.
Habe ich beim letzten Bauchbild noch rum gejammert, dass sich kaum etwas getan hätte, so muss ich das neue Bild mit einem deutlichen Wow kommentieren. Der ist ja explodiert.
Zum Vergleich: 6.SSW | 14.SSW | 16.SSW | 17.SSW | 18.SSW | 20.SSW
Gestern Abend waren wir beim besten großen Bruder, samt Frau und siebenmonatige Nachwuchs zum Essen eingeladen. Ganz überraschend, aber zur Freude aller, erwarten Bruder und Schwägerin bereits erneut Nachwuchs, der nur acht Wochen nach unserem ausgerechnet ist. Und wir freuen uns so darüber.
Meine Geschwister sind alle ein gutes Stück älter als ich. Ich bin somit das klassische Nesthäkchen, welches eigentlich doch irgendwie mehr Einzelkind ist. Ich bin daher immer davon ausgegangen, dass meine Kinder keine Cousinen oder Cousins in ihrem Alter haben werden. Die Kinder meine großen Schwester sind bereits zehn und acht Jahre alt, die große Tochter meines Bruder ist bereits siebzehn.
Irgendwie toll, dass nun quasi eine Art neue Generation zeitgleich in unsere Familie hineingeboren wird.
Leider sieht meine Schwester das wohl anders. Sie wollte immer ein drittes Kind – ihr Mann jedoch nicht – und gerade jetzt, wo „wir anderen“ alle schwanger sind, ist ihre Eifersucht wohl besonders groß. Das äußerst sich durch gesteigertes Desinteresse und verbale Boshaftigkeiten. Das macht mich sehr traurig, da meine Schwester lange Zeit wie eine zweite Mama für mich war. Aber irgendwie kann ich ihre Gefühle auch verstehen.
Schlimmer hingegen finde ich das Verhalten meiner Mutter. Ich war immer ein Mamakind, wir beide ein Herz und eine Seele. Seit ich schwanger bin haben wir uns zweimal gesehen – das aber auch nur weil Familienfeiern anstanden – und dreimal telefoniert, wobei sie eigentlich nur rum jammerte, nicht mal fragte wie es mir geht und wenn ich etwa äußerte, mir ginge es nicht so gut, musste ich mir ein schroffes „Stell Dich nicht so an!“ anhören. Ich verstehe die Welt nicht mehr …
Zum Glück sind mein Bruder, mein Vater und meine Schwiegerfamilie da ganz anders. Dennoch macht das Ganze mich oft sehr traurig.












Plappereien