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Mein Bauchgefühl sagte mir vorher schon, dass alles genau so ist, wie es sein soll. Dennoch ist man natürlich ängstlich und sorgt sich. Nun dann heute also die Bestätigung, dass da ein zweites Herzchen in mir schlägt. Eins, dass auf den Tag und ein Bisschen entwickelt ist.
Da ist eine wundervolle Fruchtblase. Und da ist ein wundervoller Dottersack. Aber … das Herzlich blubbert plötzlich an einer völlig anderen Stelle, als an der, an der meine Ärztin kurz zuvor die Embryoanlage erkannt hat. Nämlich in genau der der anderen Ecke des Dottersacks. Ich bin ein bisschen verwirrt. Meine Ärztin auch. Und so feixe ich auf dem Gyn-Stuhl liegend: „Aber Sie sagen mir jetzt nicht, dass das Zwillinge sind?“ Die Antwort war arg zögerlich und vor allem war sie kein „Nein!“
Da ist etwas, was sie zuerst für die Embryoanlage gehalten hat. Vermessen entspricht es 6+0, etwa genau die Zeit, um die der Herzschlag herum erkennbar wird, aber noch nicht zu erkennen sein muss. Genau gegenüber liegt eine weitere Anlage, vermessen entspricht diese 6+1 … und die hat ein schwach blubberndes Herzchen. Nun heißt das erstmal nichts. Ich habe gesehen und gehört, was ich sehen und hören wollte: ein schlagendes Herzchen. Zeitgerecht. Ich atme tief durch und bin erstmal glücklich.
Im anschließenden Gespräch wird meine Ärztin dann noch mal sachlich. Zu diesem Zeitpunkt könne sie eine Zwillingsschwangerschaft definitiv nicht ausschließen. Aber halt auch nicht bestätigen. Ob ich bis zum nächsten regulären Termin damit leben könne? Ja, kann ich.
Ich lasse das ganze jetzt erstmal auf mich wirken. Ähm. Ja.
Heute diesen nach-Geburt-Termin beim Frauenarzt gehabt. Was soll ich sagen: alles wieder in Stand. Schlimmer noch. Ich brühte gerade meinen zweiten Eisprung nach der Geburt aus. Schon! Wie pervers ist so ein menschlicher Körper eigentlich, dass er keine 2 Monate nach einer Geburt quasi schon wieder zwei neue Chancen auf Fortpflanzung ins Rennen schickt?
Entgegen meines bisherigen Vorsatzes habe ich mir dann heute doch eine Pille verschreiben lassen. Eine Mini-Pille. Ich bin gespannt, ob ich das überhaupt noch auf die Reihe bekomme, täglich und vor allem zur gleichen Zeit eine Tablette einzunehmen. Immerhin bin ich seit über sechs Jahren Pillen-und seit über 3 Jahren Verhütungsfrei unterwegs. Aber das panische herum Klicken in einem Eisprungkalender, sieben Wochen nach Geburt des quasi letzten Eisprungs, haben mich bekehrt. *gnihihi*
Zur Feier des Tages – meiner offiziell wiedererlangten Weiblichkeit – gibt es heute Rosmarin-Thymian-Hähnchenkeulen mit Backkartoffeln. Das ganze Haus riecht nach Rosmarin, Thymian und Knoblauch. Ich zergehe vor Appetit und muss noch gefühlte hundert Stunden auf den Miezmann warten, um mich über dieses köstliche Mahl herzumachen. Vielleicht bin ich nachher soviel Arschloch und mache ein Foto von den duftenden Keulen, welches ich ihnen dann präsentiere, um ihnen eine lange Nase zu machen.
Und jetzt guck ich eine Folge Bevely Hills 90210. Also die originalen Folgen. Von damals. 2.Staffel. So.
Heute waren der Quietschbeu und ich das erste Mal ganz alleine unterwegs. Hui, war das aufregend.
Da ich mich ja vergangene Woche auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus entlassen hatte, musste ich heute einen Frauenarzttermin wahrnehmen, um zu überprüfen, ob die Dammnarbe gut verheilt oder entzündet ist und wie es mit der Rückbildung der Gebärmutter aussieht. Wir erinnern uns, dass niemand genau wusste, wo der Entzündungsherd in meinem Körper zu finden ist, so dass beides als potentieller Übeltäter in Frage käme.
Wir zwei Hübschen brachen also rechtzeitig auf und, wie sollte es auch anders sein, der Quietschbeu pennte bei Berührung des MaxiCosis mit der EasyBase umgehend und sofort ein. Er liebt das Auto fahren und seinen MaxiCosi (das Anschnallen an sich hingegen gar nicht.).
Beim Arzt angekommen quietschten ihn erst mal die Sprechstundenhilfen an, was ihn aber nicht weiter beeindruckte oder seinen Schlaf stören konnte. Natürlich gab es trotz Termin eine gewisse Wartezeit. In weiser Voraussicht hatte ich deshalb vor unserer Abfahrt ein Fläschchen zubereitet und im Thermobehälter mitgenommen. Das sind ja so Mamadinge, die man erst lernen muss und ich war ganz unsagbar stolz, als der Quietschbeu um 11:20 Uhr, 40 Minuten vor seiner Zeit, sein Mittagessen einforderte, natürlich lautstark, und ich ihn sofort bedienen konnte.
Trotzdem und dennoch quietschte er später mit seinem schrillen Stimmchen die Ärztin an, als ihm meine Untersuchung zu lange dauerte. Während ich in meine Klamotten sprang versuchte meine Ärztin also den Quietschbeu zu beruhigen. Das wilde Schaukeln des MaxiCosis fand der aber so doof, dass er sich regelrecht überschlug. „Schreit er häufiger so?“, fragte meine Ärztin mit leicht verzweifeltem Blick, als ich aus der Umkleidekabine gesprungen kam und ich nickte und sagte, dass er sich aber ratz fatz beruhigen lässt. Zweimal Wange streicheln, die Händchen halten und leise mit ihm reden und zack, schmatz der Quietschbeu wieder entspannt. Ich glaube ja, die meisten Menschen sind einfach viel zu hektisch bzw. lassen sich von seiner schrillen Stimme einfach zu sehr aus der Fassung bringen. Das merkt das Männlein und regt sich gleich noch mehr auf.
Um jedenfalls mal zur Untersuchung zurück zu kommen. Meine Dammnaht ist leicht eingerissen, was aber nicht dramatisch ist. Es brennt und ziept halt ein bisschen. Schlimmer ist, dass immer noch deutliche Plazentareste in der Gebärmutter zu erkennen sind. Folglich erhalte ich erneut eine Spritze mit Wehen förderndem Mittel. Wie schon vor der Geburt, während der Geburt und auch nach der Geburt. Heute, fast zwei Wochen nach der Geburt des Quietschbeus, habe ich also erneut Nachwehen. Stellen Sie sich meine Begeisterung vor!
Dafür haben wir unseren ersten gemeinsamen Auswärtstermin mit Bravur gemeistert.
In der vergangenen Woche war es hier recht still, weil Papamiez und ich einen kurzen Urlaub einlegten und in seliger Zweisamkeit ein paar sehr schöne und ruhige Tage auf einen wunderbaren Schloss verbrachten. Natürlich mit entsprechendem Candlelightdinner im Schloss-Gewölbe, welches musikalisch von einem Piano-Spieler untermalt wurde. Das Essen war ein pures Vergnügen und die Atmosphäre war einfach traumhaft.
Zurück in der Heimat hatte ich heute Morgen direkt auch den dritten Vorsorgeuntersuchungstermin. Ein eher unspektakuläres Ereignis, wie der ein oder andere wissen wird. Das Miezbaby strampelt und zappelt fröhlich vor sich hin, zeigt Händchen und Füße und schlägt sogar einen Purzelbaum. Leider konnte bei soviel Aktivität kein Foto gemacht werden, auf dem etwas erkennbar war. Vielleicht lag es aber auch einfach am Überbauchultraschall.
Rund 10 cm ist das Miezbaby jetzt und ich freu mich wie Bolle auf die kommende Untersuchung in vier Wochen, bei welcher man ja möglicherweise schon etwas zum Geschlecht sagen kann.
Willkommen in der 15. SSW, kleines Miezbaby. Rock on!
Heute hatte ich meine zweite Vorsorgeuntersuchung, zum der mich der Miezmann ganz stolz begleitete. Das Miezbaby hat sich prächtig entwickelt, zeigt uns Arme und Beine, den Bauch, seine Nabelschnur, das Rückrat und sogar die Fingerchen. Nur in den Nacken wollte es sich nicht gucken lassen, so dass unsere Frauenärztin die Nackenfalte bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung messen wird.
Generell war meine Ärztin sehr zufrieden, auch weil das Miezbaby zeitgerecht entwickelt ist und es mir eigentlich gut geht (bis auf die üblichen Zipperlein).
Das Miezbaby ist inzwischen stolze 3,45 cm (so steht es im MuPa) groß und zappelte beim Ultraschall nur kurz von einer Seite zur andere. Der Miezmann stellte daraufhin fest, dass es bestimmt ein Langschläfer wird und dass es das nur von mir haben kann. War ja klar.
Ich kann den nächsten Termin in 4 Wochen kaum erwarten.

Heute war der heiß ersehnte erste Vorsorgeuntersuchungstermin. Überraschenderweise sollte ich die Praxisgebühr löhnen, was mich natürlich erstmal verwirrte. Man erklärte mir dann aber, dass Frau Doktor bei jeder Untersuchung einen Ultraschall machen würde (von der Kassen sind nur 3 vorgesehen) und man deshalb die Praxisgebühr nehmen würde. Okay, kann ich mit leben.
Dann ließ ich das Standardprogramm über mich ergehen. Blut, Urin, Blutdruck, dutzende Fragen … man kennt das ja.
Meine Frauenärztin beglückwünschte mich überschwänglich. Immerhin gehen wir diesen Weg seit 3 Jahren gemeinsam. Ihr Loblied auf das gute alte Mönchspfeffer war lauter denn je. Zu Recht.
Der für mich wichtigste Teil dieser Untersuchung brachte dann auch genau das zum Vorschein, was ich mir so lange gewünscht habe. Eine klitzekleine Erdnuss mit einem wild pochenden Herzchen. Ich hab Freudentränen geheult.
Dann durfte ich Mutterpass und Ultraschallbild in Empfang nehmen.
Ich bin ganz offiziell eine werdende Mutter in der zwei Herzen schlagen.
OH. MEIN. GOTT.

Die letzten drei Jahre waren durchgehend von Höhen und Tiefen geprägt. Drei Jahre, in denen wir nicht verhütet haben, in denen immer wieder neue mögliche Gründe für den unerfüllten Kinderwunsch auf den Tisch gebracht wurden und drei Jahre, in denen wir auf diverse Dinge hin untersucht und behandelt worden sind.
Zu Beginn hieß es noch, dass ein Jahr Wartezeit völlig normal sei. Die meisten Paare würden innerhalb der ersten 12 Monate nach Absetzen der Pille schwanger. Wir wurden es nicht.
Inzwischen führte ich Zyklusblätter, die mir jeden Monat bilderbuchmäßige Zykluskurven zeigten, mit einem bomben Eisprung und einer ach so tollen Hochlage. Sie endeten alle in einem Blutbad (ächäm.)
Meine Frauenärztin diagnostizierte mir dann recht schnell eine Gelbkörperschwäche, welche dafür verantwortlich sei, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten könnte. Ich nahm drei nervenaufreibende Zyklen lang Utrogest. Nervenaufreibend, weil das Medikament dazu führte, dass ich ein ums andere Mal überfällig war. Also einen Test machen – aha, ja, schon wieder negativ – Utrogest absetzen und bluten. Ein erneuter Hormontest bewies: Der Gelbkörperwert war inzwischen wieder auf normal Level. Einfach so.
Zwei Jahre vergingen. Zeitweise wollte ich alles hinschmeißen, nie Kinder bekommen … der Satz, mit dem meine Frauenärztin mich jedes mal beruhigte: „Wissen Sie, Sie sind ja noch so jung … da können wir ja noch eine Menge machen.“ ich hätte sie würgen können, auch wenn sie so wahnsinnig bemüht war.
Zwischenzeitlich waren meine Testosteronwerte so immens hoch, dass mich meine Ärztin anrief und fragte, ob wich wirklich regelmäßig meine Periode bekommen würde. Mit den Ergebnissen dürfte ich gar keine Regelblutung haben. Ich versicherte ihr erneut – wie auch schon dutzende Male zuvor – dass ich einen SEHR regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen hätte. Glauben wollte sie es wohl nicht.
Bei diversen Folikelschauen (auch ein selten dämliches Wort, aber wie nennt man es sonst?) war sie stets beeindruckt, dass meine Eier so groß seien, so toll springen würden und die Schleimhaut – wow – die sei echt toll.
Ich will nicht von den dutzende anderen Untersuchungen anfangen, die wir über uns ergehen ließen und die uns nur näher zur Erkenntnis brachte: uns fehlt nix. Außer einer Schwangerschaft.
Ich habe mich oft mit dem Gedanken beruhigt, dass irgendjemand „da oben“ ein Auge auf uns wirft und wenn der richtige Zeitpunkt da ist, dann würde es einfach passieren. Und nach all den Monaten, Jahren, Diagnosen, Behandlungen und Tränen ist die einzige Erklärung, warum es ausgerechnet JETZT klappt, die, dass „da oben“ jemand sitzt und genau JETZT für den richtigen Zeitpunkt hält.
Rückblickend waren das 3 Scheiß Jahre!
Aber wer blickt in so einer Situation schon zurück?
Wir jedenfalls nicht.












Plappereien